»Room Escape Games« oder »Live Escape Games« sind ein neuer Trend auch in München, erfunden wurden diese 2007 in Japan. Dort habe ich vor einem Jahr am »Tokyo Metro – The Underground Mysteries 2017« teilgenommen, das Escape Game war vom sogenannten »Field Type«, der momentan in Japan voll angesagt ist. »Field Type« bedeutet, dass man die Rätsel in der Stadt löst und daher nicht an einen Raum gebunden ist. Wer jetzt denkt, das ist ja nichts wirklich Neues, der liegt völlig richtig – eine Schnitzeljagd war zu meiner Jugendzeit das Riesending an jedem Kindergeburtstag.

Das »Tokyo Metro – The Underground Mysteries 2018«  startete am 1. Oktober und geht noch bis Ende Januar 2019. Entwickelt wurde das Spiel von SCRAP gemeinsam mit der Tokyo Metro, dort kaufte man das Spiel für 2200 Yen (circa 17 €), wobei sogar eine Tageskarte für die U-Bahn enthalten ist. Man bewegt sich mit dieser durch ganz Tokyo, um in fünf Missionen verschiedene Rätsel zu lösen. Im Englischen sagt man dazu »Puzzle-Solving & City Exploration Game«, also eben eine Kreuzung aus Kreuzworträtsel und Schnitzeljagd.

Tokyo Metro – The Underground Mysteries 2018

Auf der ersten Stufe löst man einige Rätsel und erhalt dabei Namen von U-Bahnstationen. Dann wählt man einige der Stationen aus und löst ein Rätsel in der Umgebung dieser Stationen. Dort waren letztes Jahr irgendwelche Wandgemälde oder Bodenmosaike einbezogen, man kann das Rätsel also tatsächlich nur vor Ort lösen. Auf den höheren Leveln wurde recht großer Aufwand betrieben, so gibt es versteckte Fächer in Umschlägen, Geheimtinte und man stellte sogar speziell präparierte Getränkeautomaten auf. Zugegebenermaßen haben die Mütter meiner Freunde damals keine so großen Anstrengungen unternommen. Bei der letzten Mission sollte man einen Stempel in das Lösungsbuch drücken, dafür bin ich am Morgen nach Ikebukuro gefahren. Leider musste ich dort feststellen, dass sich der Stempel auf einem Stockwerk befindet, das erst ab 10 Uhr zugänglich ist. Ich wartete deshalb – wie andere Teilnehmer auch – noch eine halbe Stunde. Insgesamt war das Spiel ein Riesenspaß für mich und die letzte Rätselfrage war recht anspruchsvoll und lies sich ortsunabhängig bearbeiten, ich löste sie auf meinem Rückflug nach München. Jedem Rätselfreund der Tokyo zwischen Oktober 2018 und Januar 2019 besucht, kann ich die Teilnahme am »Tokyo Metro – The Underground Mysteries 2018« nur empfehlen.

Alternativ und völlig kostenlos habe ich für alle mein Leser selbst ein Rätsel entworfen. Hoffentlich macht euch die Lösung genauso Spaß, wie mir beim Erstellen. Man kann das Rätsel nur knacken, wenn man sich mindestens einen Tag in Tokyo aufhält. Dabei besucht man den U-Bahnhof Daimon, eine 7-Eleven-Filiale, ein Teishoku-Restaurant, Asakusa und Shinjuku. Man lernt bei dem Rätsel also gleich ein paar Ecken von Tokyo kennen. Ladet einfach das Rätsel-PDF herunter und druckt es aus. Ich garantiere, dass bei meinem »Live Escape Games« bzw. meiner Schnitzeljagd kein Tier, ja noch nicht einmal ein Tofu-Schnitzel zu Schaden kommt. Bei der letzten Frage kann es sein, dass ein Fisch verspeist wird, der ist aber garantiert vegetarisch. Um das Rätsel zu lösen, ist mein neues Buch »Japan spielend in 60 Schritten« nicht zwingend erforderlich. Natürlich hilft das Buch bei der Planung und Durchführung einer Japanreise, denn die vielen Profi-Tipps im Buch sind nicht nur für Tokyo, sondern für ganz Japan. Falls jemand einen Rätselfreund kennt, der bald nach Japan reist, schickt den Beitrag oder das PDF bitte weiter.

Ausschnitt aus meinem Rätsel – 6 Aufgaben sind in Tokyo zu lösen