Jedes Jahr am 6. Januar veranstaltet die Feuerwehr von Tokio das sogenannte Dezome-shiki, eine gigantische Parade mit über 100 Fahrzeugen, Hubschraubern und einer historischen Akrobatikvorstellung auf Bambusleitern. Dezome-shiki gibt es in ganz Japan und diente bereits zur Edo-Zeit dem Zweck, für ein sicheres Jahr ohne Feuer zu hoffen und die Bevölkerung auf die Gefahren durch Feuer hinzuweisen.

Bei der Neujahrsparade der Tokioter Feuerwehr ist alles genau organsiert. Bereits ab 8 Uhr treffen sich die Medienvertreter zur Registrierung in der Messhalle Bigsight in Odaiba. Pünktlich um 8:30 Uhr begleitet ein Vertreter der Tokioter Feuerwehr uns nach draußen und verweist auf das Programm, das auf die Minute genau durchgeplant ist. Dann beginnt der Sturm auf die besten Plätze, um das Ereignis gut auf Video und Foto festzuhalten. Um 9:22 Uhr startet die Vorstellung mit der Eröffnungsparade.

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Voraus die japanische Flagge und dann die violette Flagge der Tokioter Feuerwehr gefolgt von Fahnenschwingerinnen und zum Abschluss die Musikkapelle. Dann folgen lange 30 Minuten Eröffnungsrede und Grußworte, die armen Feuerwehrleute müssen in dieser Zeit lang stramm stehen. Vor der Fahrzeugparade wird das Tokioter Feuerwehrlied gesungen.

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Dann fahren in von Nissan und Toyota gesponserten Cabrios die Obrigkeiten vor. Sehr eindrucksvoll ist die Vorführung der Luftrettung mit Hubschraubern, auf einmal steht eine komplette Rettungsstaffel binnen Sekunden auf dem Gelände. Als nächstes kommen Atemschutzgeräteträger auf Motorrädern und natürlich darf auch ein BMW Cabrio 435i nicht fehlen. Mehr noch als so mancher Feuerwehrstiefel glänzt der auf Hochglanz polierte rote Lack der zahlreich vorgeführten Feuerwehrfahrzeuge.

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Dann folgen die legendären Stunts auf der Bambusleiter. Jeweils acht Feuerwehrmänner in historischer Kleidung halten eine Bambusleiter waagerecht, während auf der Leiter waghalsige Vorführungen stattfinden. Diese Fertigkeiten brauchte die Feuerwehr zur Edo-Zeit, denn bei einem Brand war die einzige Möglichkeit den Brand einzudämmen, indem man auf benachbarte Dächer kletterte und diese dann abrieß.

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Am Ende dürfte natürlich eine Feuerlöschübung nicht fehlen. Bei einem simulierten Wohnhausbrand rückten drei Löschzüge an und löschten das Feuer binnen einer Minute. Artenschutzträger führen dann noch eine Menschenrettung vom Gebäudedach durch. Interessant auch die Demonstration eines Feuerwehrbaggers mit Greifarmen und einer hydraulischen Schere – wie Zahnstocher bearbeitete er die Telegrafenmasten. Am Ende wird noch eine eindrucksvolle Menschenrettung mittels Hubschrauber vom Dach eines Hochhauses vorgeführt.

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In den Messehallen kann die Tokioter Bevölkerung aktuelle Feuerwehrfahrzeuge betrachten, doch hauptsächlich geht es vor allem um jede Menge Spaß für die Kinder. Man führt sie spielerisch an das Thema Brandschutz heran und auch praktische Dinge, wie zum Beispiel selbst Hydrantendeckel öffnen werden gezeigt.

Gegen Mittag verlasse ich mit vielen tollen Eindrücken und über 500 neuen Fotos das Messegelände in Odaiba.

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